8. + 9.Tag
Ceduna-Port Augusta + Port Augusta-Adelaide
Ceduna-Port Augusta
Wir entschließen uns, den Inlandweg nach Port Augusta zu nehmen. Das sind über 460 Kilometer - mehr als unsere Akku-Reichweite. Bei extrem vorsichtiger Fahrweise ohne Gegenwind und Steigungen könnten wir zwar 430 Kilometer aus den 8 Kilowattstunden in den Akkus herausholen, aber dann wäre unweigerlich Schluss. Also entweder einen Teil mit dem Kite zurücklegen, oder zwischendurch die Batterien mit dem Windrad aufladen. Fest steht: der Luftaustausch zwischen der heißen Landmasse und dem kalten, südlichen Ozean in der Great Australian Bight funktioniert wie ein Uhrwerk. Nicht immer so stark, wie wir es gerne hätten, aber zuverlässig. Also los gehts.
Es war die richtige Entscheidung. Wir können tatsächlich ca. 60 Kilometer kiten. Herrlich! Der Wind weht mit ca. 5 Stärken aus Süd. Teilweise sogar schräg von hinten, was toootal entspanntes Kiten bedeutet. Stefan steuert den Explorer und Dirk den Kite. Fast schon langweilig, so perfekt läßt sich der Spleene SPX mit einer Hand steuern. Wenn Bäume zu hoch und nah an der Straße wachsen, fliegt Dirk den Kite exakt über der Strassenmitte und Stefan läßt den Elektromotor schnurren. Dann zieht der Wind-Explorer kurzfristig den Kite durch schwieriges Gelände. Wenn dann wieder niedrige Büsche kommen, übernimmt der Kite wieder das Ziehen.
Nachts dann Ankunft in Port Augusta. Die Akkus sind fast leer. Wir bauen das Windrad direkt auf der großen Holzpier am Hafen auf. Drei Abspannungen befestigen wir an der Holzkonstruktion. Eine muss allerdings in der Wiese neben dem Pier befestigt werden. Mehrere lange Zeltnägel tun den Job. Dann am Morgen ein böses Erwachen: Mitarbeiter der Stadt wecken uns und sagen, dass ihr Bewässerungssystem gestört sei. Sie vermuten, dass wir eine ihrer Leitungen getroffen hätten. Das können wir uns nicht vorstellen. Eine große Wiese und wir sollen ausgerechnet eine Leitung getroffen haben? Nach 10 Minuten Graben dann Gewissheit: wir haben tatsächlich eine ihrer Wasserleitungen, die dicht unter der Grasnabe verlegt ist, getroffen. Die städtischen Arbeiter reparieren die Leitung. Ihr Boß zeig tuns dann eine bessere Stelle, um das Windrad aufzustellen. Bezahlen müssen wir für die Reparatur nichts. Einfach unglaublich. Wir bieten noch an, den Schaden über unsere Versicherung zu regeln, aber sie winken nur ab. Wirklich coole Leute, diese Australier in Port Augusta. Danke.
Port Augusta-Adelaide
Auf nach Adelaide - unsere erste große Stadt auf dieser Reise. Relativ ereignislos fahren wir Richtung Süden. Die Akkus sind randvoll. Der Explorer schnurrt wie ein Kätzchen. Nach etwas über 300 Kilometern machen wir kurz vor Adelaide halt. Wir wollen auf gar keinen Fall mit fast leeren Akkus in das Stadtgebiet fahren. Es wäre wohl zu schwierig, einen geeigneten Ort zum Aufstellen des Windrades zu finden. Also stoppen wir kurz vor der Stadt am St. Kilda Adventure-Playground - einem großen Abenteuerspielplatz für Kinder direkt am Meer. Hier weht eine perfekte Brise aufs Land. Stefan und Dirk entscheiden sich für den wohl ungewöhnlichsten Windrad-Standort der gesamten Reise: sie bauen den Mast auf der Spitze einer 12 Meter hohen Abenteuer-Burg aus Holz auf. Kinder spielen hier nicht mehr, so spät am Abend. Den Mast befestigen wir an großen Holzpfosten, die aus der Burg ragen. Ein perfekter Standort fast 20 Meter über dem Meeresspiegel mit 360 Grad ungestörter "Rundeum-Bewindung". Das Rad dreht auf vollen Touren. Den Wagen schieben wir in die Burg und schließen die Akkus an. Stefan und Dirk schlafen in der Holzburg und passen auf ihr Kraftwerk auf.



























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